Zukunftsvisionen selbstfahrender Autos

Digitale Technologien und Dienstleistungen verändern den Bereich Mobilität. Intermodale Apps, Sharing-Angebote, digital vernetzte Fahrzeuge und perspektivisch insbesondere autonome Fahrzeuge stoßen einen Wandel im Mobilitätsverhalten an – mit potenziell großen Auswirkungen auf Gesellschaft, Umwelt, Verkehrs- und Stadtplanung. Welche Auswirkungen zu erwarten sind, hängt wesentlich davon ab, wie digitale Mobilitätssysteme ausgestaltet werden. In Bezug auf autonome Fahrzeuge werden derzeit vor allem drei Visionen diskutiert. Erstens: Autos in Privatbesitz mit personalisierter Einrichtung. Zweitens: Roboter-Taxis, die einzelne Personen befördern. Drittens: Selbstfahrende Kleinbusse, die gleichzeitig mehrere Passagiere ans Ziel bringen. Diesen drei Typen von Zukunftsvisionen liegen unterschiedliche Annahmen über künftige Bedürfnisse, und somit Menschenbilder und vorgestellte Gesellschaften zugrunde. Außerdem haben diese drei Möglichkeiten künftiger Mobilität unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt, weil Fahrleistung, Fahrzeugbestand und -auslastung stark davon abhängen, ob und wie die Fortbewegungsmittel geteilt werden.

Visionen über die Welt von Morgen

Zukunftsvisionen beeinflussen Akteure in der Gegenwart. Sie generieren Erwartungshaltungen und geben Investitionen und Forschungsaktivitäten eine Richtung. Da sie Technologieentwicklungen stark beeinflussen ist es relevant, Zukunftsvisionen im Rahmen eines strukturierten Vision Assessments zu untersuchen und Annahmen über Menschen und Gesellschaften von Morgen explizit zu machen. Auf diese Weise können Nachhaltigkeitserwägungen um die Diskussion sozialer Wirkungen von Zukunftstechnologien erweitert werden. Im Dissertationsvorhaben werden daher Visionen rund um autonome Fahrzeuge auf ihre impliziten Gesellschaftsbilder hin untersucht und Maßnahmen für einen sozial-ökologischen Entwicklungspfad der Technologie autonomer Fahrzeuge identifiziert. Mit einem breiten Methoden-Mix aus empirischen und analytischen, philosophischen und soziologischen Werkzeugen wie auch Werkzeugen der Zukunftsforschung wird der Komplexität des Forschungsgegenstandes begegnet.

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Christian Uhle

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