Digitalisierung und sozialer Wandel

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Der Digitalisierung wird ein ‚disruptiver’ Charakter nachgesagt: „Alles wird sich ändern, es wird eine neue Welt“ tönt es aus dem Silicon Valley. Auf der Angebotsseite würde sie Produktion und Vermarktung radikal verändern. Aber auch die Art und Weise, wie und was wir konsumieren und kommunizieren, sei bereits dabei, sich durch Digitalisierung grundlegend zu wandeln. Doch welcher institutionelle und strukturelle Wandel wird durch die Digitalisierung tatsächlich hervorgerufen? Und weist dieser in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation oder eher in Richtung einer erneuten Modernisierung – und damit Stabilisierung – bestehender gesellschaftlicher (Natur-) Verhältnisse?

Konventionelle Modernisierung oder sozial-ökologische Transformation?

In diesem Habilitationsprojekt wird untersucht, welchen Einfluss Digitalisierung auf den sozialen Wandel übt und wie sich dies wiederum auf Konsum und Ressourcenverbrauch auswirkt. Führt mehr digitale Individualisierung beim Konsum zu weniger Nachfrage – oder zu einem neuen Schub der Ausdifferenzierung oder gar erhöhtem kompensatorischen Konsum? Findet tatsächlich eine Demokratisierung der Wirtschaft statt – oder leistet Digitalisierung nicht einer noch größeren Oligopolisierung Vorschub, während der Schleier von Algorithmen mehr Macht für wenige und weniger Transparenz für viele bedeutet? Und schließlich: sparen wir durch die Verwendung effizienter digitaler Kommunikationsmedien wirklich Zeit und Geld – oder beschleunigt sich das gesellschaftliche Lebenstempo, so dass wir am Ende noch mehr Aktivitäten in einen Tag packen, die alle ein gewisses Maß an Energie und Ressourcen benötigen?

Diese Fragen werden mit einem transdisziplinären Methodenmix untersucht, der eine quantitative Befragung, qualitative Interviews und die Analyse von Case Studies einschließt. Zudem wird auf den intensiven Austausch mit Praxispartnern und einer Integration der Erkenntnisse der Dissertationsvorhaben dieser Forschungsgruppe aufgebaut.

Ansprechpartner

Dr. Tilman Santarius

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