Makroökonomische Perspektiven auf digitalisierte Volkswirtschaften: Sozial-ökologische Risiken und Chancen der Digitalisierung

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Digitalisierung verändert was wir produzieren und wie diese Dinge hergestellt werden. Auf makroökonomischer Ebene werden daher große Hoffnungen mit der Digitalisierung verbunden: Neue Wachstumsimpulse, mehr Arbeitsplätze und Wohlstand, aber auch höhere Ressourceneffizienz und damit die Möglichkeit Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit zu vereinbaren. Die Digitalisierung wird darüber hinaus die internationale Arbeitsteilung in globalen Wertschöpfungsketten verändern.

Doch halten diese Hoffnungen einem Realitätscheck stand? Bisher, so scheint es, eher nicht. Denn die Wachstumszahlen in frühindustrialisierten Ländern sind seit Jahrzehnten niedrig und Arbeitslosigkeit ist persistent. Diese Volkswirtschaften sind weit von einer ausreichenden Entkopplung von Wachstum und Umweltverbrauch entfernt, weshalb es unumgänglich ist, Suffizienz-Strategien miteinzubeziehen.

Digitalisierung in einer sozial-ökologischen Wirtschaft

In meinem Habilitationsprojekt untersuche ich, welche Rolle Digitalisierung in einer sozial-ökologischen Wirtschaft spielen kann. Auf volkswirtschaftlicher Ebene stellt sie die Frage, wie Digitalisierung genutzt werden kann, um funktionierende Postwachstumsökonomien zu schaffen: Wie können makroökonomische Rebound-Risiken verhindert und Suffizienz-Strategien unterstützt werden? Auf globalwirtschaftlicher Ebene ist das zentrale Thema, wie eine sinnvolle Strukturierung zwischen regionaler Produktion und globalen Wertschöpfungsketten vor dem Hintergrund der Digitalisierung aussieht: Wie können digitale Dienstleistungen regionale und suffizienz-orientierte Wirtschaftsstrukturen unterstützen – und welche Produkte wiederum sollten in globalen Wertschöpfungsketten produziert werden? Diese Themen werden mit einem transdisziplinären Methodenmix untersucht: Im Zentrum stehen dabei qualitative und modellbasierte Theorieansätze, deren Argumentationslinien auf quantitativen Daten, Interviews mit Praxispartnern und den Untersuchungen der Dissertationsvorhaben dieser Forschungsgruppe basieren.

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Dr. Steffen Lange

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