Chancen und Risiken der Digitalisierung

Quelle: Bartosz Budrewicz/Shutterstock.com

Die Digitalisierung begleitet uns bereits seit Jahrzehnten: Beginnend bei industrieller Produktion, Informationsaustausch von Bildungseinrichtungen und Militär, hielt sie in Form von Internet, Computern und Smartphones Einzug in unser aller Lebensalltag. In Zukunft werden auch andere Bereiche immer digitaler werden: Sowohl physische als auch geistige Tätigkeiten könnten Stück für Stück von Maschinen ersetzt werden. Dazu verändert die digitale Vernetzung technischer Geräte viele Bereiche unseres Lebens – von der Planung einer Reise, über den Kauf von Kleidung, Nahrungsmitteln und Elektrogeräten bis hin zur Arbeit in Industrie und Dienstleistungen.
In Deutschland werden diese Entwicklungen unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ gehandelt, womit eine vierte industrielle Revolution gemeint ist, die auf intelligenten und digital vernetzten Systeme beruht. In internationalen Diskussionen wird meist über das „Internet der Dinge“ (Internet of Things) diskutiert.

Hoffnungen: Besser leben, Umwelt schonen, demokratischer wirtschaften

Foto: Ekaterina Pokrovsky/Shutterstock.com

Mit diesen Entwicklungen werden viele Hoffnungen verbunden. Smarte Technologien und digitale Vernetzung führen zu Innovationen und Wirtschaftswachstum. Neue Produkte und technischer Fortschritt machen das Leben der Menschen effizienter und angenehmer. Das Internet der Dinge ermöglicht außerdem eine dezentrale Organisation der Wirtschaft und bringt so Vorteile für viele. Auch die Umwelt profitiert durch geringeren Verbrauch an Energie und Ressourcen. Die Digitalisierung verspricht Effizienzsteigerungen und eine Dematerialisierung des Konsums. Darüber hinaus verbessern digitale Informations- und Kommunikationstechnologien die Möglichkeiten zur Partizipation und eröffnen Chancen auf eine Demokratisierung der Wirtschaft.

Durch mehr Informationen können Verbraucher/innen zudem bewusster zwischen nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Produkten wählen. E-Commerce oder Sharing-Plattformen ermöglichen es, sich für weniger material- und ressourcenintensive Güter und Dienstleistungen zu entscheiden. So wird es etwa einfacher, auf ein eigenes Auto zu verzichten, wenn eine App den optimalen Weg mit dem (Leih)Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln aufzeigt. Digitalisierung kann so zu einem geringeren Rohstoffverbrauch, also einem suffizienterem Lebensstil, beitragen – auch dadurch, dass insgesamt weniger Güter und mehr Dienstleistungen nachgefragt werden. Und wenn Digitalisierung zudem nicht-materielle Aspekte des Wohlstands, wie die Pflege von sozialen Kontakten und das Engagement in neuen Netzwerken ermöglicht, kann dies helfen, Konsumbedürfnisse insgesamt zu verändern.

Risiken: Arbeitslosigkeit, Monopole, ökologische Rebound-Effekte

Foto: Scanrail1/Shutterstock.com

Gleichzeitig sind mit der Digitalisierung ökologische und soziale Risiken verbunden: Arbeitsplätze können wegfallen, die Marktbeherrschung und Datensammlung durch globale Unternehmen wie Facebook, Amazon und Google könnte wachsen und wirtschaftliche Gewinne und Einfluss auf einige wenige verteilen. Für die Umwelt besteht die Gefahr, dass Effizienzsteigerungen durch Rebound-Effekte aufgehoben werden: Weil Shoppen, Mobilität und Kommunikation effizienter werden, bleiben Geld, Zeit, und mitunter gar gutes Gewissen für mehr Konsum. Nicht zuletzt bedarf es Ressourcen und Energie, um die digitale Infrastruktur aufzubauen und zu betreiben.