Die Zukunft des Internets - Artikel bei Heise Online erschienen

Ob Amazon, Google oder Facebook: Profitkultur im Internet gefährdet Gesellschaft und Umwelt, so die Autor/innen des Artikels „Die Zukunft des Internets“. Auf Heise online stellen die Wissenschaftlerinnen der Nachwuchsgruppe „Nachhaltige Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Vivan Frick und Maike Gossen gemeinsam mit Jonas Pentzien (auch IÖW), Dominik Piétron (TU Berlin) und Rena Tangens (Digitalcourage e.V.) eine Reihe von Maßnahmen und Forderungen an die Politik vor, wie die Vision eines freien und demokratischen Internets wieder uneingeschränkte Realität werden kann. Der Artikel entstand im Nachklang zur Veranstaltung „Forum Bits & Bäume: Von Commerce zu Commons – Ein gemeinwohlorientiertes Internet gestalten“ am 15. Juni 2020.

Gemeinwohl gegen Marktinteressen

Das Internet befindet sich in einer heiklen Lage: Einst frei, demokratisch und für jeden nutzbar, heute Spielplatz für große Konzerne und Marktinteressen. Konsument/innen wie Anbieter sind abhängig von wenigen großen Firmen, die das Internet dominieren. Daten sind Währung für vermeintlich kostenlose Dienste geworden, durch die die großen Firmen sie sammeln und für kommerzielle Zwecke missbrauchen. Eine Monopolbildung, die nicht nur die Demokratie gefährdet. Der wachsende Sektor des Online-Marketings belastet auch die Umwelt, denn es verbraucht eine enorme Menge an Energie. Die Politik muss nun Maßnahmen ergreifen, so die Autor/innen, sonst sei es nicht möglich, das Internet wieder demokratisch und frei zu gestalten. Transparenz und demokratische Prozesse sind dabei Schlüsselelemente.

Ausbau der digitalen Infrastruktur

Die Verfasser/innen fordern: Eine souveräne digitale Infrastruktur ist notwendig, um die Abhängigkeit von quasi-monopolistischen Cloud-Anbietern zu verringern. Das heißt zum einen den Glasfaser- und Mobilfunknetzausbau voranzutreiben. Zum anderen müsse ein staatlich geprüftes, europäisches Datennetzwerk, ein europäischer Suchindex und dezentraler, frei verfügbarer Internetzugang geschaffen werden, um nicht mehr von US-amerikanischen und chinesischen Firmen abhängig zu sein. Der Ausbau öffentlicher Plattformen im Daseins-Vorsorgebereich ist ein weiterer Vorschlag.

Konsequenter Datenschutz und gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle

Personalisierung und Tracking zu regulieren, also Algorithmen und personalisierte Daten zu kennzeichnen, könne zu konsequentem Datenschutz führen. Zusätzlich müssten die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ausgebaut und weitere Anreize und Regularien geschaffen werden, um Datenschutz konsequent umzusetzen. Das bedeutet zum Beispiel, die ausbleibende Umsetzung zu sanktionieren und Hilfestellung bei datenkonformem Unternehmensverhalten zu leisten. Die Politik solle außerdem gemeinwohlorientierten Firmen und Geschäftsmodellen fördern und diese etwa bei Ausschreibungen vorziehen.

Zum vollständigen Artikel: https://www.heise.de/tp/features/Die-Zukunft-des-Internets-4916527.html

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